FRAGIL
Fragil - das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie zerbrechlich.
Gut, man hätte das Programm auch zerbrechlich" nennen können.
Aber Fremdwörter klingen nun mal irgendwie intelligenter. Und welcher bescheidene
Künstler gibt sich nicht gerne der leisen Hoffnung hin, dass auch oder
gar vor allem Intelligente den Weg in die Vorstellung finden?
Doch selbst dem Pseudo-Intelligenten dämmert langsam: Fragilität
ist in der Tat zum Alltagsphänomen geworden in unserer Gesellschaft. Von
oben bis unten, von quer bis rüber und von wegen bis überhaupt sind
wir umgeben von fragilen Strukturen. Letzten Endes ist sogar das einst stabile
Deutschland fragiler als erwartet. Die Politik lässt nichts unversucht:
Die Armen fühlen sich im Stich gelassen, die Reichen verfolgt und die Leistungsträger
ausgebeutet.
Und so bohrt sich das Fragile in alle Lebensbereiche: Ob Familie, Arbeitsplatz,
Freizeit oder Schule - eine vom Staat ungewollte, aber dennoch veranlasste Verwahrlosung
macht sich überall breit. Und der Bürger ist endgültig Staatsfeind
Nummer eins. Das Misstrauen ersetzt das Gemeinsame und macht das Fragile an
sich zum Perpetuum Mobile.
Was bleibt einem über, wenn man alles über hat? Auswandern? Kapitulieren?
Betrügen? Das wäre fad. Django Asül will erst mal die Situation
für und um sich klären und stellt fest: Leicht ist es nicht - aber
lustig! Denn neue Fragen tauchen auf: Ist es sinn- und identitätsstiftend,
Deutscher zu werden? Was tun, wenn Mann merkt, dass seine biologische Uhr tickt?
Wieso zersplittert Europa auf dem Weg zur Einheit immer mehr? Wie wirkt sich
das auf das Klima aus? Steht beim Migrationshintergrund am Ende gar die Frustration
im Vordergrund?
Aber wie heißt es so schön: Wer nicht vor der eigenen Tür kehrt,
kann sinnlos Staub aufwirbeln. Deshalb versucht Django Asül, zumindest
mit sich ins Reine zu kommen. Fragil" ist also auch der ultimative
Test, wie viel Gruppendynamik ein Individuum vertragen kann.
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Veranstalter: ROTH & Friends, Herxheim